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Die Meeresumwelt

Selbst wenn es auch an anderen Orten in Europa große Flachwassergebiete gibt, unterscheidet sich der Vega Archipel deutlich von ihnen. Während große Teile des Gebiets rund um Vega einen Hartboden mit üppiger Algenvegetation und hellen, feinen Muschelschillflächen aufweisen, sind andere europäische Flachwassergebiete von graubraunem Weichboden, schlechterer Sicht und geringerer Fruchtbarkeit geprägt.

In diesem Gebiet gibt es starke Meeresströmungen. Am stärksten bemerkbar sind die ost-westlich verlaufenden Gezeitenströme. Bei einem Gezeitenunterschied von 1,5 – 2 Meter müssen zweimal täglich große Wassermengen durch das weitläufige Inselreich befördert werden. Das schafft einen guten Austausch und somit sauberes und nahrungsreiches Wasser. Der Artenreichtum wird dadurch, dass Vega in einer Klimazone liegt, in der sowohl nördliche als auch südliche Arten wachsen können, besonders groß. Dieser Artenreichtum und das klare Wasser machen das Gebiet zu einem Eldorado für Taucher.

Wachsender Kelpwald
Kelpwald machte einen beträchtlichen Teil der Meeresgrundgebiete rund um Vega aus. Der Kelpwald zählt zu den produktivsten Ökosystemen der Welt.
Beobachtungen von Fischern, Forschern und Seetang-Trawlern deuten darauf hin, dass das gesamte Gebiet rund um Vega bis in die 1970er Jahre über einen dichten Kelpwald verfügte. Ab 1970 kam es im Kelpwald im Welterbegebiet zu dramatischen Veränderungen. Im Laufe weniger Jahre stieg die Anzahl von Seeigeln, Strongylocentrotus droebachiensis, gewaltig an. Sie begannen mit der Abweidung des Kelpwalds und ein Jahrzehnt später hatten sie sich rund um Vega und im Rest von Nordnorwegen durch den Kelpwald gefressen. Damit ging auch die Fischereiwirtschaft stark zurück.
Untersuchungen aus den letzten Jahren deuten jedoch darauf hin, dass der Kelpwald wieder wächst und die regionalen Fischbestände ebenfalls größer zu werden scheinen. 

Konsequenzen vor Ort
Die Abweidung hatte massive Konsequenzen für die örtlichen Fischer. Laut Berechnungen des Wissenschaftlers Hartvig Christie am Norwegischen Institut für Wasserforschung (NIVA) hat der verringerte Bestand an Küstenkabeljau in der Gemeinde Vega zu einem berechneten Einnahmeverlust von ca. 15 Millionen norw. Kronen jährlich geführt. Seinen Berechnungen zufolge führt der zerstörte Kelpwald in Nordnorwegen dazu, dass jedes Jahr eine Nahrungsproduktion im Umfang von 3 – 400 000 Tonnen Fisch verloren geht. Das ist mehr als die gesamte norwegische Kabeljauquote.
Aber es wird daran gearbeitet, das Fischereigewerbe wieder auf die Beine zu bringen. Die Fischer haben die Fischannahme gekauft und planen in Zusammenarbeit mit einem Gewerbeverein und der Gemeinde einen neuen Fischereihafen.Die Stiftung setzt sich auch dafür ein, dass ein gesonderter Maßnahmenplan für die Fischereiwirtschaft erstellt wird, so, wie er für die Erhaltung der Kulturlandschaft entwickelt wurde.