foto galerie a karte vegaoyan a

Die Tradition des Sammelns von Eiern und Daunen

Der Vega Archipel ist das Reich der Eiderenten. Über 1 000 Jahre lang haben die Inselbewohner Tang aus dem Meer geholt und zum Trocknen aufgehängt, den sie dann für Nester unter Verschlägen aus Treibholz und in kleinen Häusern aus Stein genutzt haben.  Die Familien haben Nester für hunderte von Vögeln gemacht, darauf geachtet, dass die Vögel die erforderliche Ruhe bekamen, um sich niederzulassen, und dafür gesorgt, dass weder Raubvögel noch vierbeinige Geschöpfe die Nester ausrauben konnten.

Als Gegenleistung versorgten sie sich mit der Hälfte der frischen Eier und, nachdem der Vogel das Nest verlassen hatte, mit den Eiderdaunen. Angesichts von Einnahmen, die in etwa die Hälfte des

Jahreseinkommens ausmachen konnten, war es wichtig, die Vögel dazu zu bringen, sich auf dem Grundbesitz niederzulassen.  Das ist der Hintergrund dafür, dass die Inselbewohner damit begannen, gute Bedingungen für die Vögel zu schaffen: sie machten in der Nähe des Wohnhauses, in dem sie selbst lebten, Nester und bauten spezielle Häuser („ebaner“). Es war eine Sache des einzelnen Inselbewohners dies zu tun, um so viele Eiderenten wie möglich dazu zu bringen, sich zum Brüten auf seinem/ihrem Land niederzulassen. Während der Brutzeit schützte man die Vögel vor Gefahren. Durch einen akribischen Einsatz gelangten die Inselbewohner auf diese Art an die wertvollen Daunen der Vögel.

Als die Bevölkerung ab den 1960er Jahren von den Inseln wegzog, ging der Eiderentenbestand zurück. In den 1980er und 90er Jahre wüteten in den meisten der alten „Daunen“-Dörfer und Niststätten Nerze und nur wenige Eiderenten lagen in den Häusern und Nestern, die die Inselbewohner für sie bauten.

Nach der Erteilung des Welterbestatus wurde und wird die Tradition auf immer mehr Inseln wiederaufgenommen. 2009 brüteten 1271 Vögel in sieben der alten Daunen-Dörfer und Niststätten und eswurden mindestens 3000 Häuser und Nester gebaut. 18 Vogelwächter sind damit beschäftigt, die Tradition zu pflegen, demgegenüber waren es, als die Arbeit am Welterbestatus im Jahr 2000 aufgenommen wurde, sechs-sieben Personen.

Die Eiderentensaison
Die Vogelwächter sind von April bis Juli draußen auf den Inseln. Im April holen Sie Tang aus dem Meer und legen ihn zum Trocknen auf die Felsen. Der Tang wird in den Nestern verwendet, die aus Holz, Stein und sonstigem verfügbarem Material gebaut werden. Der alte Tang und Erde werden herausgenommen, bevor aus neuem, getrocknetem Tang Nester gemacht werden. Zweck des Baus von Nestern für die Eiderenten ist, einen attraktiven und trockenen geschützten Platz zu schaffen. Das bietet dem Vogel Schutz und gleichzeitig bleiben die Daunen sauber und trocken. Wenn die Daunen voller Gras und Moos sind, kostet es viel Zeit sie zu säubern.

Wenn die Eiderente ein passendes Nest gefunden hat, macht sie das Nest fertig, während der Erpel ihr Gesellschaft leistet. Von Mai bis Juni werden die Eier gelegt. Dann verlassen die Erpel die Brutplätze, sammeln sich in Scharen und ziehen für die Mauser (den Federwechsel) hinaus auf die Schären. Im September kehren sie zurück.
Die Eiderente zupft sich Daunen von der Brust und legt sie unter und rund um die Eier, um sie zu verbergen und zu wärmen, wenn sie das Nest verlässt um zu trinken oder zu baden. Nachdem die Küken geschlüpft sind, werden Sie ein paar Tage im Nest gewärmt, bis das Daunengefieder trocken ist. Dann beginnt die gefahrenreiche Wanderung zum Meer. Die Mantelmöwe macht Jagd auf die Jungtiere, und wenn sie zu weit von der Mutter wegkommen, oder schlechtes Wetter ist, so dass sie warnende Laute nicht hören, kommt es zu gefährlichen Situationen. Den Rest des Sommers über schwimmen die Jungtiere gemeinsam mit der Mutter. Oft helfen ihr kinderlose Eiderenten dabei, nach den Jungen zu sehen.

Eiderdaunen von Weltklasse
Keine andere Daunenfüllung ist so leicht und spendet so viel Wärme wie Eiderdaunen. Im Gegensatz zu Daunen von anderen Enten und Gänsen hat die Eiderdaune kleine Widerhaken, die bewirken, dass die Daunen zusammengehalten werden. Dadurch entsteht ein außerordentlich gutes Isolationsvermögen. Insgesamt werden jährlich weltweit 2 000 kg fertig gesäuberte Daunen produziert. Der Großteil der Daunen wird maschinell gesäubert, aber noch immer betreiben Leute in den „Daunen-Dörfern“ an den Niststätten der Eiderenten in Helgeland die zeitaufwendige Arbeit, die Daunen von Hand auszulesen. Die grobe Reinigung muss sofort gemacht werden, sonst werden die Daunen zerstört. Der Großteil der Arbeit wird im Sommer, an windstillen Tagen, auf den Inseln gemacht. Um ein Kilo Daunen zu reinigen benötigt man ein paar Wochen. Die Daunen werden getrocknet, geschüttelt und zuerst grob und dann sorgfältig gesäubert. Die Feinsäuberung erfolgt durch Sieben auf einem Daunensieb, einem Rahmen, der mit Fäden aus Angelschnur oder Nylonfaden bezogen ist. Ein Holzstäbchen, der Siebstecher, wird über die Fäden vor- und zurückbewegt. Wenn sie vibrieren, setzen sich die sauberen Daunen an den Fäden fest und Schmutz und Federn fallen hinab.